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14. Oktober 2026 · von Stachi · 2 Min Lesezeit

Warum ich im Oktober nur die Hälfte des Hochbeets aufräume

Herr Zimmermann hatte sein Hochbeet an einem Nachmittag komplett auf null geschnitten, Stauden, Samenstände, Laub, alles weg. Ich hätte ihm vorher sagen sollen: nicht alles, nur die Hälfte. Hier ist, was stehen bleiben sollte und was wirklich raus muss.

Herr Zimmermann ist bei mir der Gründlichste von allen. Letzten Samstag hat er sein Hochbeet in zwei Stunden komplett zurückgeschnitten, alle Stauden auf Bodenhöhe, das Laub zusammengekehrt, die Erde glatt geharkt. Sah aus wie frisch gemacht. Als er mir die Fotos gezeigt hat, musste ich ihm leider sagen: schön ordentlich, aber für die Nützlinge jetzt eine Katastrophe.

Was in den hohlen Stängeln überwintert

Oregano, Lavendel und Fenchel bilden im Herbst hohle oder markhaltige Stängel, und genau da legen Wildbienen und andere Nützlinge ihre Eier ab oder ziehen sich zum Überwintern zurück. Schneidet man diese Pflanzen im Oktober bis auf den Boden zurück, entsorgt man den kompletten Nachwuchs für nächstes Jahr mit dem Grünschnitt. Die Faustregel: alles, was hohl oder markig ist und keine Krankheitsflecken zeigt, bleibt bis März stehen. Erst wenn die Temperaturen stabil über 10 Grad liegen, ist der Zeitpunkt zum Rückschnitt da, dann sind die meisten Insekten bereits geschlüpft.

Samenstände sind Vogelfutter, kein Unkraut

Calendula- und Fenchelsamenstände sehen im Oktober zerzaust aus, aber Meisen und Finken picken genau da den ganzen Winter über Körner raus. Ein Hochbeet, das zu sauber gemacht wird, hat im Januar keine Nahrungsquelle mehr im Umkreis von zwei Metern. Ich lasse mindestens eine Reihe stehen, auch wenn sie nicht mehr hübsch aussieht. Optik hat im Winter Pause.

Was wirklich raus muss

Nicht alles bleibt stehen, das wäre genauso falsch. Tomatenlaub, Kürbisranken und alles mit Mehltau oder braunen Flecken muss weg und gehört auf den Kompost oder in die Grüntonne, nie liegen lassen. Pilzsporen überwintern in krankem Pflanzenmaterial genauso gut wie Nützlinge in gesundem, nur mit dem Unterschied, dass sie im Frühling direkt wieder die neue Saat befallen. Gesund raus lassen, krank raus räumen, so einfach ist die Trennung eigentlich.

Der Igel-Teil, den ich nicht auslassen kann

Ein kleiner Reisighaufen oder ein Streifen Falllaub direkt neben dem Hochbeet ist für Igel im Oktober der Unterschied zwischen einem Winterquartier und keinem. Ich bin selbst einer, also nehme ich das persönlich: ein zu sauberer Garten ist für uns einfach unbewohnbar. Zwanzig Minuten Laub zusammenschieben statt wegbringen reicht schon.

Was ich Herrn Zimmermann geraten habe

Für dieses Jahr ist das Hochbeet selbst nicht mehr zu retten, das Laub ist weg. Aber er hat eine Hecke am Gartenrand, dorthin kommt jetzt ein kleiner Reisig- und Laubhaufen, und nächstes Jahr schneidet er im Oktober nur die kranken Pflanzen zurück, den Rest lässt er bis März stehen. Sein Hochbeet sieht dann den ganzen Winter über nicht aufgeräumt aus. Genau richtig.

🦔 Stachi

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