15. September 2026 · von Stachi · 3 Min Lesezeit
Asiasalate im Hochbeet: Tatsoi, Mizuna und Pak Choi jetzt aussäen
Tatsoi, Mizuna, Pak Choi — diese Asiasalate gehören zu den robustesten Herbstgemüsen überhaupt. Wer sie jetzt im September aussät, erntet bis in den November hinein frisches, mildes Blattgemüse, das selbst leichte Fröste locker übersteht.

Ich habe eine Schwäche für Pflanzen, die nicht viel Aufhebens um sich machen. Die einfach wachsen.
Asiasalate gehören da ganz oben auf meine Liste.
Was sind Asiasalate — und warum genau jetzt?
Mit «Asiasalaten» meine ich hier vor allem drei Sorten, die in der Schweiz und in Deutschland immer noch unterschätzt werden:
Tatsoi — Dunkelgrüne Rosetten, fast herzförmige Blätter, sehr zart im Geschmack. Übersteht Fröste bis minus zehn Grad. Eine der robustesten Herbstpflanzen, die ich kenne.
Mizuna — Gefiederte, helle Blätter mit einem leicht pikanten Anflug. Wächst extrem schnell. Man kann ihn schneiden wie Schnittlauch, und er wächst nach.
Pak Choi — Den kennen die meisten. Im September ausgesät (nicht im August), ergibt er kompakte, knackige Köpfe bis in den Oktober — bevor er schiesst.
Was diese drei gemeinsam haben: Sie lieben kühles Wetter. Sommerhitze mögen sie nicht. Herbst ist ihr Zuhause.
Das Fenster ist jetzt — Mitte September bis Ende September. Später wird's zu riskant, dass die Pflanzen nicht mehr kräftig genug sind, bevor der erste Frost kommt.
Wie du sie aussäst
Kein Schnickschnack.
Erde: Lockere, normale Hochbeeterde. Asiasalate sind nicht wählerisch. Wer hat, kann eine Handvoll reifen Kompost einarbeiten — muss aber nicht.
Saattiefe: Einen halben bis einen Zentimeter. Nicht tiefer — die Samen sind klein.
Abstand:
- Tatsoi: zwanzig Zentimeter zwischen den Pflanzen (sie bilden breite Rosetten)
- Mizuna: fünfzehn Zentimeter (er kann dann immer wieder geschnitten werden)
- Pak Choi: zwanzig bis fünfundzwanzig Zentimeter (er braucht Platz für den Kopf)
Wenn du alle drei mischt — was ich empfehle — sä dichter und dünn später aus. Die Jungpflanzen, die du herausziehst, sind die ersten Keimblatt-Salate. Die schmecken übrigens besser als ihre späteren Geschwister.
Giessen: Sanft und gleichmässig. Die Erde soll feucht bleiben, aber nicht nass stehen. Im September reicht oft schon der Regen.
Was danach passiert
Nach sieben bis zehn Tagen siehst du die ersten Keimblätter. Klein und unscheinbar — aber sie kommen schnell.
Ab Mitte Oktober: Du kannst die äusseren Blätter von Tatsoi und Mizuna ernten, ohne die Pflanze zu zerstören. Schneide einfach die grössten Blätter ab, lass die Herzmitte in Ruhe. Neue Blätter wachsen nach — solange die Temperaturen es zulassen.
Frost: Tatsoi und Mizuna sind frosthart bis etwa minus acht bis minus zehn Grad. Pak Choi etwas weniger, aber minus fünf übersteht er ohne Probleme. Ein leichtes Vlies verlängert die Saison um weitere zwei bis drei Wochen. Pflicht ist es nicht.
Pak Choi anders ernten: Den Pak Choi lässt du am besten als ganzen Kopf heranwachsen — nicht blatt-für-blatt schneiden. Wenn der Kopf kompakt ist (meist vier bis sechs Wochen nach der Aussaat), erntest du ihn knapp über dem Boden. Er schiesst weniger durch als im Sommer, weil die Kühle das Wachstum verlangsamt.
Ein Wort zur Schädlingslage
Erdflöhe. Die mögen Asiasalate. Diese kleinen springenden Käfer fressen winzige Löcher in die Blätter.
Im September lässt der Druck nach — Erdflöhe sind hauptsächlich ein Sommerproblem. Trotzdem: Ein feines Kulturschutznetz direkt nach der Aussaat ausgelegt ist die beste Prävention. Es hält auch Kohlweisslinge ab, die gerne Eier auf Pak Choi legen.
Wenn du kein Netz hast: Kein Beinbruch. Kleine Löcher stören den Geschmack nicht. Asiasalate mit Erdflöchern schmecken genauso gut wie ohne.
Warum ich Asiasalate für Anfänger empfehle
Viele Hochbeet-Einsteiger kämpfen im Herbst mit dem Gefühl, dass nichts mehr wächst. Das stimmt für viele Sorten — aber nicht für diese.
Tatsoi, Mizuna und Pak Choi sind das Gegenteil von anspruchsvoll. Sie keimen schnell, wachsen ohne Voranziehung, brauchen keinen Schutz und liefern Ernte in einem Zeitraum, wo der Garten sonst schweigt.
Und sie schmecken gut. Mild, leicht bitter (Tatsoi), leicht scharf (Mizuna), knackig (Pak Choi). Nichts davon ist Supermarkt-Einheitsbrei.
Letzter Satz
Das Hochbeet im September ist nicht fertig. Es fängt gerade neu an — für andere Sorten, die den Herbst lieben. Asiasalate gehören dazu. Du brauchst heute Nachmittag keine zwanzig Minuten.
Und im Oktober hast du frisches Grün, das nicht im Kühlschrank welkt, sondern im Beet auf dich wartet.
🦔 Stachi
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