24. Juli 2026 · von Stachi · 2 Min Lesezeit
Kohlrabi richtig ernten: woran du siehst, dass es Zeit ist (bevor er verholzt)
Frau Schneider hatte letzten Dienstag einen Kohlrabi, der fast so gross war wie eine Kokosnuss. Er schmeckte wie Holz. Ich zeige dir, woran du den richtigen Moment erkennst.

Letzte Woche stand Frau Schneider an meinem Gartenzaun und hielt mir einen Kohlrabi hin, der fast so gross war wie eine Kokosnuss. «Stachi», sagte sie, «der schmeckt wie Holz.» Ich wusste sofort, was passiert war.
Der Kohlrabi hatte seinen Moment verpasst. Und das geht schnell, viel schneller als man denkt.
Hier ist, was ich über den richtigen Erntezeitpunkt weiss, nach vielen Saisons im Hochbeet hier in Berikon.
Der Grössentest: 6 bis 8 Zentimeter
Die meisten Kohlrabi-Sorten sind bereit, wenn die Knolle 6 bis 8 Zentimeter Durchmesser hat. Das ist ungefähr die Grösse eines Tennisballs, eher kleiner. Manche Sorten wie «Superschmelz» können grösser werden und bleiben trotzdem zart, aber die Faustregel bleibt: lieber früh ernten als zu spät.
Unter 5 Zentimeter kann man natürlich auch ernten. Der Geschmack ist dann besonders intensiv und die Textur wunderbar knackig. Aber man bekommt weniger Substanz. Ich warte meistens, bis die Knolle gut in meine Faust passt, ohne dass sich die Finger schliessen können.
Was passiert, wenn du zu lange wartest
Ab etwa 10 Zentimeter Durchmesser beginnt der Kohlrabi zu verholzen. Das Fleisch wird faserig, der Geschmack schärfer, manchmal bitter. Kochen hilft ein bisschen, aber wirklich gut wird er dann nicht mehr.
Bei Frau Schneiders Exemplar war der Querschnitt schon fast weiss statt hellgrün und cremig. Ein klares Zeichen.
Heisses Wetter beschleunigt diesen Prozess deutlich. Im Juli kann das innerhalb einer Woche passieren. Deshalb schaue ich in dieser Saison fast täglich nach.
Der Daumennageltest
Ich verlasse mich nicht nur auf die Grösse. Mein Daumennageltest ist zuverlässiger: Drück deinen Daumennagel seitlich in die Schale der Knolle. Wenn er leicht einsinkt, ist der Kohlrabi auf dem Punkt. Wenn die Schale hart wie Plastik ist und der Nagel abprallt — zu spät.
Noch ein Zeichen: Die Schale sollte leicht glänzend sein, keine Risse. Risse bedeuten oft, dass der Kohlrabi zu viel Wasser gesogen hat und die Zellen geplatzt sind. Solche Knollen schmecken wässrig und bitter.
Ernten: So geht's
Ich schneide den Kohlrabi unten ab, direkt an der Wurzel. Die Blätter kommen mit, und die jungen, zarten kann man übrigens auch essen, ähnlich wie Spinat. Nicht wegwerfen.
Bester Zeitpunkt am Tag: morgens früh, wenn die Pflanze noch kühl ist. Der Geschmack ist dann frischer.
Was jetzt nach der Ernte ins Beet kommt
Ende Juli ist ein guter Moment im Hochbeet. Nach dem Kohlrabi bleibt ein schöner Platz frei. Was jetzt noch Sinn macht:
- Radieschen: Wachsen in 3 bis 4 Wochen. Du schaffst locker zwei Runden bis September.
- Feldsalat: Jetzt aussäen für die Herbst- und Winterernte. Sehr pflegeleicht.
- Spinat: Eine Aussaat ab Mitte August klappt gut für den Herbst.
- Brokkoli (frühe Sorte): Wenn du noch Jungpflanzen bekommst, jetzt auspflanzen für Oktober.
Im Erntezeit-Planer siehst du direkt, was in deiner Region jetzt noch ins Beet passt. Du gibst deinen Standort ein, und der Planer zeigt dir, was zeitlich noch realistisch ist.
Frau Schneider hat sich letzte Woche auch angemeldet. Ihr Kohlrabi für August ist schon eingetragen.
🦔 Stachi
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