6. September 2026 · von Stachi · 3 Min Lesezeit
Schalotten setzen im September: kleine Zwiebelchen, grosser Herbst-Schritt
Schalotten sind vielleicht die am meisten übersehene Herbstaktion im Hochbeet. Wer jetzt setzt, erntet nächsten Juli — mit kaum Aufwand und ohne grünen Daumen.

Frau Schneider hat letztes Jahr einen Fehler gemacht, den viele machen: sie hat gewartet. Im September stand ihr Beet halb leer, die Sommerpflanzen waren raus, der Platz war da — und sie hat gedacht, sie macht das nächste Woche. Aus nächster Woche wurde Oktober. Aus Oktober wurde «ach, jetzt ist es eh zu kalt».
Im Juli hat sie mich gefragt: «Warum gibt es nirgends frische Schalotten aus eigenem Beet?»
Weil man sie im September setzen muss. Jetzt.
Was Schalotten so besonders macht
Schalotten sind keine Delikatesse für Köche mit zu viel Zeit. Sie sind schlicht das aromatischste Zwiebelgewächs, das du im Hochbeet anbauen kannst. Feiner als Zwiebeln, milder als Knoblauch, vielseitiger als beides.
Und das Beste: sie machen sich fast von selbst. Du steckst eine Steckhälfte im Herbst in die Erde, deckst sie ab, vergisst sie den Winter über — und im Juli holst du sechs bis acht Tochterzwiebeln raus. Eine wird zu einem kleinen Dutzend.
Der Aufwand ist minimal. Die Ernte ist grosszügig.
Wann und wo setzen
Das Fenster: Mitte September bis Anfang Oktober. In Berikon und im Mittelland generell bis etwa 10. Oktober. Wer früher setzt (jetzt, Anfang September), bekommt vor dem Winter noch etwas Wurzelwachstum — das ist gut.
Zu spät ist schlechter als zu früh. Schalotten, die vor dem ersten starken Frost noch keine Wurzeln gebildet haben, bleiben nicht sitzen.
Der Standort: Sonnig bis halbschattig, gut drainierter Boden. Im Hochbeet ist die Drainage meist schon gegeben — ein Vorteil gegenüber schweren Gartenböden, wo Staunässe die Zwiebelchen im Winter faulen lässt.
Abstand: 15 bis 20 cm zwischen den Steckhälften. Schalotten brauchen mehr Platz als man denkt, weil jede einzelne Mutterzwiebel eine ganze Familie produziert.
Wie das Setzen funktioniert
Schalotten kauft man als kleine trockene Steckhälften — oder besser: man hebt letztes Jahr welche auf. Wer schon Schalotten anbaut, legt im Juli einfach die kleinsten Exemplare zurück. Die werden im Herbst wieder eingesetzt.
Die drei Schritte:
- Boden 5 bis 8 cm tief lockern, nicht tief umgraben
- Steckhälften mit der Spitze nach oben eindrücken, so dass das obere Drittel noch rausschaut
- Leicht andrücken und — fertig
Kein Dünger. Kein Wässern nach dem Setzen, ausser es ist sehr trocken. Schalotten mögen es nüchtern. Was sie hasssen: Staunässe und zu tieges Setzen.
Wenn du magst: eine dünne Schicht Mulch drüber. Das schützt vor Kahlfrösten und hält die Erde locker.
Der Winter macht nichts
Schalotten sind winterhart. Sie überstehen Fröste bis minus 15 Grad problemlos, wenn sie eingewurzelt sind. Das grüne Sprossen, das Anfang Oktober noch zu sehen ist, friert ab — das ist normal. Im März kommt es wieder raus.
Du musst also nichts Besonderes tun. Kein Vlies, keine Abdeckung, keine Kontrolle. Einfach warten.
Was ich mache: einmal im Oktober nachschauen, ob die Steckhälften noch sitzen. Manchmal heben Spatzen sie heraus. Wenn ja: wieder reindrücken.
Das war's.
Neben was Schalotten gut passen
Im Hochbeet funktionieren Schalotten gut zwischen:
- Feldsalat — niedrig, stört nicht, zieht im Frühling raus bevor die Schalotten Platz brauchen
- Spinat, der im Herbst noch gesät wird und neben den Zwiebelchen wächst
- Knoblauch — selbe Pflanzzeit, selber Abstand, verträgen sich gut und nutzen die Fläche effizient
Was nicht neben Schalotten gehört: Kohl und Lauch. Keine gemeinsamen Schädlinge, aber auch kein Synergieeffekt — und Lauch braucht mehr Tiefe.
Was Frau Schneider dieses Jahr macht
Sie setzt Schalotten. Zwanzig Steckhälften, an der Südseite ihres Hochbeets, neben den Knoblauch-Reihen aus der letzten Woche. Dazwischen noch etwas Feldsalat.
Sie wird im Juli wissen, warum man das im September macht.
Und ich freue mich schon auf das Foto.
🦔 Stachi
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