30. August 2026 · von Stachi · 3 Min Lesezeit
Schnittlauch teilen: warum August der beste Monat dafür ist
Schnittlauch wächst irgendwann von innen nach aussen — die Mitte wird leer, die Triebe kleiner. Das ist das Signal zum Teilen. Und August ist dafür überraschend besser als der Frühling.

Frau Schneider hat letzte Woche ihr Hochbeet beschrieben: «Mein Schnittlauch sieht komisch aus — in der Mitte ist er kaum noch da, aber aussen wächst er normal weiter.»
Das kenne ich gut. Das ist keine Krankheit und kein Pflegefehler. Das ist Schnittlauch, der sich selbst sagt: Ich brauche jetzt Hilfe.
Was mit Schnittlauch passiert
Schnittlauch ist eine ausdauernde Pflanze — er kommt Jahr für Jahr wieder. Aber er breitet sich mit der Zeit von innen heraus aus: die Zwiebeln teilen sich, schieben sich nach aussen, und das Zentrum des ursprünglichen Busches wird leer und schütter.
Nach zwei bis drei Jahren sieht jeder Schnittlauch-Busch ungefähr so aus wie der von Frau Schneider. Weniger Triebe in der Mitte, feinere Halme, weniger Geschmack. Das ist kein Versagen der Pflanze. Das ist der Hinweis, dass es Zeit zum Teilen ist.
Warum ausgerechnet August
Viele denken, Teilen sei eine Frühjahrsarbeit. Für manche Stauden stimmt das. Für Schnittlauch nicht — oder zumindest nicht nur.
August hat einen konkreten Vorteil: die Pflanze hat die grosse Hitze des Hochsommers hinter sich und bekommt noch vier bis sechs Wochen warme Erde, bevor der Herbst ernsthaft einsetzt. Die geteilten Stücke haben Zeit, Wurzeln zu bilden und sich vor dem ersten Frost zu etablieren. Im Frühling teilt man oft zu früh, wenn die Erde noch kalt ist und der Schnittlauch gerade aus dem Winter kommt.
Ausserdem hast du im August ein klares Bild davon, wie es dem Busch wirklich geht — besser als im April, wenn noch alles möglich scheint.
So gehst du vor
Grabe den ganzen Busch mit einer Grabgabel aus. Schüttle die Erde ab und schau dir an, was du hast: viele kleine Zwiebeln, die eng zusammenhängen.
Teile die gesamte Masse in Abschnitte von fünf bis zehn Zwiebeln. Das geht mit einer Gartenschere oder — wenn der Busch sehr verfilzt ist — mit einem alten Küchenmesser. Es muss nicht sauber aussehen. Hauptsache, jedes Stück hat Wurzeln und einige grüne Triebe.
Pflanze die Abschnitte mit zehn bis fünfzehn Zentimetern Abstand und etwa drei bis vier Zentimeter tief. Giesse gut an. In zwei Wochen schiessen neue Halme.
Was du mit den extra Stücken machst
Du hast nach dem Teilen fast immer zu viel. Es gibt drei sinnvolle Möglichkeiten:
Weitergeben. Schnittlauch ist ein Geschenk, das sich leicht verschenken lässt. Eine Tüte mit ein paar Abschnitten macht mehr her als ein Strauss Blumen.
In den Topf. Ein Abschnitt in einen kleinen Topf, nach innen auf die Fensterbank gestellt: Winterernte bis März. Wenn die Pflanze nach dem Frost einzieht, einfach den Topf reinholen. Im Warmen treibt sie bald wieder aus.
In den Kompost. Wenn nichts davon passt, ist das keine Verschwendung. Die Pflanzenmasse ist reich an Nährstoffen.
Was du nicht wegwerfen solltest
Den mittleren Teil. Das schütter gewordene Zentrum sieht unattraktiv aus — aber wenn du es in gute, lockere Erde setzt und regelmässig wässerst, erholt es sich. Schnittlauch ist robust. Was jetzt schwach wirkt, kann bis Oktober wieder kräftig aussehen.
Was danach passiert
Die frisch geteilten Stücke wirken die ersten zwei Wochen erbärmlich. Das ist normal. Die Energie geht in die Wurzeln, nicht in die Halme.
Dann, meistens zwischen der zweiten und dritten Woche nach dem Teilen, schiessen die ersten neuen Triebe. Zuerst fein und hell, dann kräftiger.
Wenn du jetzt teilst, hast du bis Mitte Oktober frischen Schnittlauch. Besser als bei ungetheilten, verhärteten Büschen, die gerade noch so vor sich hin wachsen.
Frau Schneider hat zwei Tage später geschrieben: «Ich hab meinen Schnittlauch ausgegraben. Dachte zuerst, da ist nichts mehr zu retten — aber dann hab ich sechs Abschnitte herausgearbeitet und neu eingesetzt. Eines davon steht jetzt im Topf auf der Terrasse.»
Genau richtig.
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🦔 Stachi
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