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25. Juli 2026 · von Stachi · 3 Min Lesezeit

Zwiebeln ernten und trocknen: wann der richtige Moment ist — und wie du sie monatelang lagern kannst

Frau Schneider hat ihre Zwiebeln letztes Jahr zu früh rausgezogen. Sie haben nicht getrocknet, sondern angefangen zu faulen. Der Unterschied zwischen einer Zwiebel, die bis Februar hält, und einer, die im Oktober matschig wird, liegt an einem einzigen Zeichen.

Letztes Jahr hat Frau Schneider ihre Zwiebeln Ende Juni geerntet. Sie hat sie in eine Kiste gelegt und in den Keller gestellt. Im Oktober hat sie die Kiste geöffnet und die Hälfte in den Kompost geworfen. Die Zwiebeln waren weich, teilweise verschimmelt, jedenfalls nicht mehr essbar.

«Ich dachte, man erntet Zwiebeln, wenn die Blätter noch grün sind», sagte sie. «So hat das meine Mutter gemacht.»

Ich kenne den Fehler. Ich habe ihn selbst gemacht. Und ich kann dir genau erklären, warum er passiert — und wie du ihn vermeidest.

Das Zeichen, auf das du wartest

Zwiebeln sagen dir selbst, wann sie bereit sind. Du musst nicht raten, du musst nur hinschauen.

Das Kraut — also die grünen Röhren — fängt irgendwann an umzufallen. Nicht einzelne Blätter, sondern der ganze Stengel knickt einfach um. Das passiert von allein, ohne dass du nachhilfst. Wenn rund die Hälfte bis zwei Drittel aller Zwiebeln im Beet umgekippt sind, ist der richtige Erntezeitpunkt.

Hier in Berikon ist das meistens Mitte bis Ende Juli, in einem warmen Jahr schon Anfang Juli. In höheren Lagen oder einem kühleren Sommer kann es auch bis in den August dauern.

Was du nicht tun solltest: das Kraut vorher absichtlich flachtreten oder umknicken, damit es schneller geht. Das klingt verlockend, weil man denkt, man kann den Prozess beschleunigen. Aber die Zwiebel braucht die letzten Tage, um alles aus dem Kraut in die Knolle zu verlagern. Wenn du das abwürgst, bekommst du eine Zwiebel, die nicht ausgewachsen ist und nicht gut lagert.

Ernten: trocken, vorsichtig, morgens

Ernte an einem trockenen Tag, wenn möglich nach zwei oder drei Tagen ohne Regen. Die Zwiebeln sollen beim Herausziehen trocken sein, nicht mit nasser Erde daran.

Ich ziehe sie vorsichtig von Hand heraus oder lockere den Boden vorher mit einer Grabgabel. Das Kraut lasse ich dran — es hilft beim Trocknen. Keine Zwiebel mit Wunden oder verletzter Schale in die Lagerbox: die fault zuerst und infiziert die Nachbarn.

Morgens ernten ist besser als abends. Die Zwiebeln sind dann noch kühl und trocknen tagsüber leichter an.

Trocknen: der entscheidende Schritt

Hier machen die meisten den Fehler — entweder sie trocknen gar nicht, oder sie trocknen falsch.

Zwiebeln brauchen Luft und Wärme, aber keine direkte pralle Sonne. Ich lege sie einlagig aus — nicht gestapelt, nicht in einer Kiste — auf alten Zeitungen oder einem Holzgitter im Carport. Drei bis vier Wochen, je nach Wetter.

Ein gutes Zeichen: Die äussere Schale wird papiertrocknen und raschelt, wenn du sie anfasst. Das Kraut schrumpft zusammen und wird strohig. Die Schale reisst manchmal ein wenig. All das ist normal und gut.

Ein schlechtes Zeichen: Die Zwiebel ist nach zwei Wochen noch feucht anzufassen oder die Schale sieht feucht glänzend aus. Dann braucht es mehr Zeit, oder der Platz ist zu feucht.

Im Keller direkt trocknen funktioniert selten gut — es ist meistens zu dunkel und zu feucht. Besser: ein überdachter, luftiger Platz draussen oder ein trockenes Estrich.

Lagern bis Februar

Gut getrocknete Zwiebeln halten sich bei Raumtemperatur oder kühlem Keller locker bis Februar, manchmal noch länger. Die Bedingungen: trocken, dunkel, etwas Luftzirkulation. Keine Plastiktüten, keine geschlossenen Kisten — das baut Feuchtigkeit auf.

Ich lagere sie in einem alten Netz oder einer Holzkiste ohne Deckel, die ich im Keller auf ein Regal stelle. Alle paar Wochen schaue ich kurz nach. Eine weiche Zwiebel sofort rausnehmen, damit sie keine Nachbarn infiziert.

Zwiebeln mit dünnem Hals lagern schlechter als solche mit dickem, hartem Hals. Wenn du beim Ernten Zwiebeln mit weichen oder feuchten Hälsen findest — die zuerst verwenden, nicht lagern.

Was jetzt noch ins Beet kommt

Nach der Zwiebelernte bleibt eine schöne freie Fläche. Ende Juli ist dafür noch gut:

  • Feldsalat: Jetzt oder Anfang August aussäen, er keimt schnell und liefert im Oktober und November.
  • Spinat: Aussaat ab Mitte August für einen zuverlässigen Herbsterntegang.
  • Radieschen: Für September noch gut, drei bis vier Wochen Wachstumszeit.
  • Winterportulak: Wenig bekannt, sehr pflegeleicht, hält Frost aus.

Im Erntezeit-Planer siehst du direkt, was für deinen Standort jetzt noch zeitlich realistisch ist — du gibst deine Region ein, und er zeigt dir, was noch in dein Beet passt, bevor der erste Frost kommt.

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🦔 Stachi

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