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4. August 2026 · von Stachi · 3 Min Lesezeit

Feldsalat im August säen: jetzt starten für die Herbst-Ernte

August ist der Monat, in dem das Hochbeet halb leer wird und viele Gärtner denken: zu spät für dieses Jahr. Feldsalat denkt anders. Er braucht die Aussaat jetzt — für eine Ernte, die bis Dezember läuft.

Frau Schneider hat mich diese Woche gefragt, ob sie noch irgendwas ins Hochbeet pflanzen kann. Ihre Tomaten kommen noch, die Zucchini produziert weiter, aber der Platz zwischen den Reihen wird langsam frei.

«Irgendwas Schnelles», hat sie geschrieben. «Was noch bis Herbst fertig wird.»

Feldsalat.

Nicht weil er der aufregendste Kandidat wäre. Sondern weil er im August funktioniert, wenn fast nichts anderes mehr anfangen würde. Und weil er bis Dezember steht, wenn alles andere längst weg ist.

Warum Feldsalat und warum jetzt

Feldsalat ist ein Herbst- und Wintergewächs. Er keimt gut bei 10 bis 20 Grad, was im August noch kein Problem ist. Aber er wächst langsam — ungefähr acht bis zehn Wochen bis zur ersten Ernte. Wer heute sät, bekommt Ende September, Anfang Oktober seinen ersten Salat.

Wer zu lange wartet — bis Mitte September — bekommt zwar noch Pflanzen, aber sie haben nicht genug Zeit, bis zum ersten Frost gross genug zu werden. Dann stehen sie klein und kälteempfindlich da, statt robust in die Frostphase reinzugehen.

Das Fenster: Anfang August bis etwa 20. August in Höhenlage (Zürich, Bern), bis Anfang September im Rheintal oder Tessin.

Wie man sät

Feldsalat sät man direkt ins Beet. Keine Voranzucht, kein Anziehen drinnen.

Ich mache es so: Zeile in die Erde mit einem Stiel oder dem Finger, ein Zentimeter tief. Samen alle zwei bis drei Zentimeter einlegen. Erde leicht andrücken, gut giessen.

Abstand zwischen den Reihen: zwanzig Zentimeter reicht. Feldsalat bleibt flach und kompakt.

Das Wichtigste danach: die nächsten zwei Wochen feucht halten. Feldsalat-Samen keimen schlecht in ausgetrockneter Erde. Im August heisst das: morgens giessen, abends nachschauen ob die obere Erdschicht trocken ist, wenn ja nochmal giessen. Später, wenn die Pflanzen aufgegangen sind, brauchen sie viel weniger.

Ausdünnen — aber nicht zu früh

Wenn die Keimlinge etwa zwei bis drei Zentimeter gross sind, dünnt man auf fünf bis sieben Zentimeter Abstand aus. Die schwächsten Pflanzen einfach herausrupfen oder abschneiden.

Nicht früher anfangen. Feldsalat-Keimlinge schützen sich gegenseitig vor Temperaturschwankungen. Erst wenn sie gut etabliert sind, kann man sie lichten.

Die ausgedünnten Pflanzen sind übrigens essbar. Klein, zart, gut im Salat.

Wann man erntet

Feldsalat erntet man blattweise, nicht als ganzen Kopf. Wenn die äusseren Blattrosetten fünf bis sieben Blätter haben, können die äusseren abgenommen werden. Die Pflanze macht weiter.

Oder man erntet ganze Rosetten, wenn man mehr braucht. Das geht auch.

Was Feldsalat von anderen Salaten unterscheidet: er wird besser nach dem ersten Frost. Die Kälte macht ihn süsser. Eine Rosette, die Ende Oktober ein paar Frostnächte hinter sich hat, schmeckt deutlich milder und weniger bitter als eine im September geerntete.

Ich ernte meinen deswegen immer erst ab Mitte Oktober. Was davor geht, ist ein Frühkoster-Privileg. Der Hauptgenuss kommt später.

Was daneben gut funktioniert

Wer noch Platz hat: Spinat-Nachsaat im August folgt einer ähnlichen Logik. Spinat keimt schneller, fünf bis sieben Tage, ist aber kälteempfindlicher als Feldsalat. Mit einem Vlies kommt er gut durch den November.

Radieschen kann man auch noch säen — in zwanzig Tagen ernten. Aber nur wenn die Temperaturen nicht mehr regelmässig über 28 Grad klettern, sonst werden sie holzig und scharf.

Was Frau Schneider jetzt macht

Ich habe ihr gesagt: drei Reihen Feldsalat, zwischen den Tomaten wo Platz ist. Einen Zentimeter tief, gut giessen, zwei Wochen feucht halten.

Sie hat geantwortet: «So wenig?»

Ja, so wenig. Feldsalat ist unkompliziert. Er braucht keinen besonderen Boden, keine besondere Lage. Hauptsache nicht zu trocken jetzt, hauptsache nicht zu spät gesät.

Ende September schreibt sie mir dann wahrscheinlich, dass das Beet doch nicht so leer war wie sie gedacht hatte.

🦔 Stachi

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