6. August 2026 · von Stachi · 3 Min Lesezeit
Pak Choi im August: jetzt säen für die Herbst-Ernte
Pak Choi schiesst im Sommer sofort — zu viel Hitze, zu viel Licht, und er denkt ans Samentragen statt ans Köpfebilden. August ist der Wendepunkt: kühlere Nächte, kürzere Tage, und er macht endlich was du willst. Das Fenster dauert vier Wochen.

Frau Schneider hat im Juni versucht, Pak Choi im Hochbeet anzubauen. Die Pflänzchen kamen schön, standen zehn Tage ordentlich da, und dann sind sie direkt in die Blüte gegangen. Keine Köpfe, keine Ernte — nur lange, dünne Blütenstände, die aus der Mitte rausschossen.
«Der Pak Choi ist ausgebüchst», hat sie mir geschrieben.
Das war keine schlechte Anzucht. Das war falscher Zeitpunkt. Und jetzt, Anfang August, ist der richtige.
Warum Pak Choi im Hochsommer kaum funktioniert
Pak Choi kommt aus dem gemässigten Asien, wo er im Frühjahr und Herbst wächst — nie in der Sommerhitze. Was er nicht mag: Tage mit mehr als 14 Stunden Licht und Temperaturen über 25 Grad. Beides zusammen, und er entscheidet, dass es Zeit ist für Samen, nicht für Köpfe. Er schiesst, bevor er gross geworden ist.
Im August ändert sich das. Die Tage werden kürzer. In Berikon haben wir am 1. August noch 14,5 Stunden Licht — direkt an der Grenze. Bis Ende August sind es 13 Stunden. Die Nächte kühlen auf 14 bis 16 Grad ab. Pak Choi entspannt sich, wächst ruhig weiter und bildet Köpfe.
Das Fenster für die Herbst-Aussaat: ungefähr 1. bis 20. August auf Höhe der Schweizer Mittellands (Zürich, Bern, Luzern). Im Rheintal oder Tessin hast du noch bis Mitte September Zeit.
Wie man sät
Direktsaat ist am einfachsten. Einen Zentimeter tief, alle 10 Zentimeter einen Samen einlegen. Wenn sie aufgegangen sind — das dauert vier bis fünf Tage bei Wärme — auf 20 bis 25 Zentimeter ausdünnen. Die ausgedünnten Keimlinge sind zart und gut roh im Salat.
Alternativ: ein paar Töpfe anziehen und nach zwei Wochen ins Beet pflanzen. Das gibt dir Kontrolle über den Standort, wenn noch andere Kulturen auf der Fläche stehen. Pak Choi verzeiht das Verpflanzen gut, solange die Wurzeln nicht zu stark gestört werden — Topf leicht anfeuchten, Motte herausnehmen, direkt einpflanzen, sofort giessen.
Abstand zwischen den Reihen: 20 Zentimeter. Pak Choi bleibt kompakter als Kopfsalat.
Was er braucht
Pak Choi will konstant feuchte Erde. Nicht nass, nicht trocken — der Mittelweg, den man im August manchmal täglich neu einstellen muss. Ich giesse morgens und schau nachmittags nach, ob die obere Schicht schon wieder trocken ist. Ab September reicht einmal jeden zweiten Tag.
Düngung braucht er für die Herbst-Ernte kaum. Die Kompostfüllung des Hochbeets ist genug. Wenn die Fläche diesen Sommer intensiv bespielt war, tut eine kleine Handvoll Kompost beim Einsäen gut.
Schnecken sind das einzige ernste Problem — und leider ein echtes. Pak Choi zieht Schnecken an wie nichts anderes. Eine Runde Schneckenkorn am Tag der Aussaat und nach dem ersten grossen Regen schützt gut. Ohne diesen Schritt habe ich meine August-Saat in Berikon schon zweimal komplett verloren.
Wann du erntest
Ab ungefähr 35 bis 45 Tagen siehst du, ob Köpfe entstehen. Kleinköpfige Sorten wie 'Joi Choi' oder 'Canton White' sind schneller als grosse Züchtungen. Die Köpfe sind erntereif, wenn die Basis eng zusammengewachsen ist und die äussersten Blätter sich sauber ablösen lassen.
Du kannst blattweise ernten — die äusseren Blätter einzeln abzupfen, die Pflanze wächst nach. Oder den ganzen Kopf fünf Zentimeter über dem Boden abschneiden. Viele Sorten treiben danach nochmals aus, was eine zweite, kleinere Ernte bringt.
Pak Choi verträgt Frost bis ungefähr minus drei Grad. Mit einem leichten Vlies drüber hält er bis Mitte November. Das sind für dein Herbstbeet je nach Standort vier bis sechs Wochen extra.
Was Frau Schneider jetzt macht
Sie sät nächste Woche nach. Drei Reihen Direktsaat, in der Mitte des Hochbeets, wo der Platz zwischen den ausgedünnten Möhren frei wird. Die Schnecken kennt sie inzwischen — das Schneckenkorn liegt schon bereit.
Letzter Satz von ihr: «Diesmal warte ich mit dem Pak Choi bis es kühler ist. Das lernst du einmal.»
Genau.
Wenn du deinen Jahresplan in Erntezeit hast, siehst du auf einen Blick, welche Fläche ab wann wieder frei wird — Pak Choi passt oft gut in die Lücken, die Knoblauch, Zwiebeln oder frühe Bohnen hinterlassen.
🦔 Stachi
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