5. September 2026 · von Stachi · 3 Min Lesezeit
Herbstbeet im September: Sommerpflanzen räumen und Wintergemüse einpflanzen
September ist der Monat des grossen Wechsels. Die Tomaten geben nach, die Zucchini wird müde — und der Platz, der freigeworden ist, gehört zu den wertvollsten des ganzen Gartenjahres.

Frau Schneider hat diese Woche ein Foto geschickt: ein Hochbeet voller gelber Tomatenblätter, hängender Zucchini-Triebe und einer Gurke, die schon länger als erwartet überlebt hat. Darunter schrieb sie: «Wann räume ich das alles aus?»
Die Antwort: jetzt. Nicht weil die Pflanzen nicht mehr schön sind. Sondern weil September eine Ressource ist, die du nicht verschwenden solltest.
Was jetzt weichen darf — und was noch bleibt
Die meisten Sommergewächse zeigen im frühen September schon Zeichen der Erschöpfung. Das ist kein Problem, sondern ein Signal.
Jetzt entfernen:
- Zucchini-Pflanzen, die keine neuen Früchte mehr ansetzen und nur noch Blattmasse produzieren
- Gurkenpflanzen, wenn die Blätter mehltaubefallen oder vergilbt sind
- Basilikum, sobald es zu blühen beginnt (ausser du möchtest Samen gewinnen)
- Leere Salat-Stöcke, die geschossen sind
Noch drinlassen:
- Tomatenpflanzen, solange noch grüne Früchte hängen — die reifen noch
- Paprika und Auberginen, die weiterhin produzieren
- Lauch, der bis weit in den Winter erntebereit bleibt
- Mangold, der jetzt erst richtig Fahrt aufnimmt
Das Ziel ist kein sauberes Beet um des Aufräumens willen. Es geht darum, Platz für Herbstkulturen zu schaffen, bevor das Fenster für Aussaaten und Pflanzungen schliesst.
Wie du die Erde schnell vorbereitest
Ein häufiger Fehler: das Beet nach dem Ausräumen eine Woche lang offen stehen lassen. In dieser Zeit trocknet die Erde aus, bildet eine Kruste, und Unkraut füllt den Platz.
Was ich stattdessen mache: sofort nach dem Räumen lockere ich mit einer Grabgabel durch, oberflächlich, nicht tief. Dann kommt eine dünne Schicht reifen Kompost darauf — zwei bis drei Zentimeter reichen. Dann säen oder pflanzen.
Kein Umgraben. Kein Warten. Der Boden ist nach einem Sommer voller Aktivität gut strukturiert. Das musst du nicht zerstören.
Wenn du Kompost hast, der noch nicht ganz durchgereift ist: kurz einarbeiten, aber dann eine Woche warten, bevor die empfindlicheren Kulturen rein kommen. Spinat und Pak Choi verzeihen halbgaren Kompost weniger als Radieschen.
Was du jetzt noch einpflanzen oder säen kannst
Anfang September — bis etwa zum 10. — hast du in den meisten Schweizer Mittellandlagen noch folgende Optionen:
Direkt säen (geht noch):
- Spinat — braucht 40–50 Tage bis Ernte, kommt gut durch leichte Fröste
- Radieschen — in 20–25 Tagen erntefertig, sind schärfer und knackiger als im Sommer
- Feldsalat — wenn du im August noch nicht gesät hast, ist jetzt die letzte Chance; mit Vlies kann er überwintern
Einpflanzen (besser als Saatgut, wenn du Zeit sparen willst):
- Pak Choi als Jungpflanze — erntebereit in drei bis vier Wochen
- Kohlrabi, frühe Herbstsorte — wächst überraschend schnell, wenn es noch warm ist
- Salat-Jungpflanzen (Lollo, Batavia) — wenn du bis Mitte September pflanzt, bekommst du noch eine Ernte
Nicht mehr anfangen:
- Gurken, Tomaten, Zucchini — keine Chance mehr in dieser Saison
- Brokkoli ab Saatgut — zu wenig Zeit bis zum Frost
Der Trick mit dem Vlies
Vlies ist im September dein bester Freund. Es verlängert die Wachstumsperiode um zwei bis drei Wochen — und das kann über Erfolg oder Misserfolg einer Nachsaat entscheiden.
Ich lege es nicht sofort auf die Pflanzen. Erst wenn die Nächte regelmässig unter zehn Grad fallen. Das ist in Berikon meistens ab Mitte Oktober der Fall, im Wallis später, in den Höhenlagen schon früher.
Bis dahin lasse ich die Pflanzen ohne Abdeckung. Sie gewöhnen sich ans Klima, werden robuster. Erst wenn der erste Kälteeinbruch kommt, kommt das Vlies drüber.
Mit Vlies bekommst du leicht einen Monat mehr Ernte aus deinen Herbstkulturen heraus. Das lohnt sich.
Was Frau Schneider jetzt macht
Ich habe ihr zurückgeschrieben: Zucchini raus, Gurke raus, Basilikum raus. Boden lockern, Kompost rein. Dann drei Reihen Spinat, eine Reihe Radieschen, und wenn sie noch Pak-Choi-Jungpflanzen findet: rein damit.
Sie hat gefragt: «Und die Tomaten?»
Die Tomaten bleiben. Noch hängen genug grüne Früchte. Aber sobald die erste Pflanze aufgibt, zieht sie auch die anderen aus — und in den frei gewordenen Platz kommt Spinat.
Das ist der September-Plan: nicht warten bis alles gelb und trocken ist, nicht im Frühjahr bereuen, dass das Beet im Herbst drei Wochen leer stand. Sondern jetzt handeln, solange der Boden noch warm und das Licht noch gut ist.
Ende Oktober hat Frau Schneider ein volles Herbstbeet. Ich bin gespannt auf das nächste Foto.
🦔 Stachi
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