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8. Juli 2026 · von Stachi · 3 Min Lesezeit

Starkzehrer, Mittelzehrer, Schwachzehrer: die Tabelle fürs Hochbeet

Manche Pflanzen fressen viel, manche fast nichts. Wer das weiss, verteilt die Beet-Kraft übers Jahr richtig — und pflanzt nicht zwei Hunger-Sorten zwei Jahre lang auf denselben Fleck. Die Tabelle plus die Fruchtfolge-Logik dahinter.

Frau Schneider, meine Nachbarin in Berikon, hatte zwei Jahre hintereinander Tomaten in derselben Ecke ihres Hochbeets. Erstes Jahr: prächtig. Zweites Jahr: halb so viel, blass, mickrig. Sie hat für 30 Franken neuen Kompost reingekippt und dachte, sie hätte was falsch gemacht beim Giessen. Hatte sie nicht. Die Ecke war einfach leergefressen.

Das ist keine Krankheit und kein Pech. Das ist Zehrer-Logik, und die ist zum Glück leicht zu lernen.

Was heisst "Zehrer" überhaupt

Zehren heisst fressen. Gärtner teilen Gemüse in drei Gruppen ein, je nachdem wie viel Nährstoffe eine Pflanze aus der Erde zieht:

  • Starkzehrer — die grossen Esser. Schnelles Wachstum, viel Blatt, viel Frucht. Tomate, Zucchini und Kürbis sind die Klassiker.
  • Mittelzehrer — der solide Mittelbau. Brauchen was, aber übertreiben es nicht.
  • Schwachzehrer — die Genügsamen. Kommen mit wenig aus, ideal fürs dritte Jahr wenn die Erde schon müde ist.

Die Tabelle

Rund 25 gängige Sorten, sortiert nach Hunger. Ausdrucken, ans Gartenhäuschen pinnen, fertig:

Starkzehrer (heavy feeders) Mittelzehrer (medium feeders) Schwachzehrer (light feeders)
Tomate Salat Radieschen
Zucchini Mangold Erbse
Gurke Kohlrabi Bohne
Kürbis Fenchel Feldsalat
Paprika Zwiebel Rucola
Aubergine Karotte Kräuter (Petersilie, Dill, Thymian)
Kohl & Brokkoli Randen Knoblauch
Kartoffel Spinat Kresse
Sellerie Pak Choi
Lauch Rote Bete

Die Grenzen sind nicht in Stein gemeisselt — eine gut gefütterte Karotte verzeiht auch mal einen Starkzehrer-Nachbarn. Aber als Faustregel für die Planung taugt die Tabelle.

Warum das für die Fruchtfolge zählt

Hier wird die Tabelle nützlich statt nur nett. Ein Hochbeet ist im ersten Jahr randvoll mit Kraft — frisch befüllt, alles drin. Wie diese Füllung aufgebaut ist, steht in Hochbeet befüllen: die Schichten. Diese Kraft baut sich Jahr für Jahr ab. Die schlaue Reihenfolge:

  • Jahr 1: Starkzehrer. Die frische Erde hält viel aus, also gib den Hungrigen den Vortritt — Tomate, Zucchini, Kürbis.
  • Jahr 2: Mittelzehrer. Salat, Zwiebel, Karotte. Nehmen was noch da ist, ohne zu maulen.
  • Jahr 3: Schwachzehrer und Hülsenfrüchte. Radieschen, Kräuter — und vor allem Bohnen und Erbsen.

Frau Schneiders Fehler war genau das Gegenteil: Starkzehrer auf Starkzehrer, selbe Stelle, zweites Jahr. Der zweite Durchgang findet nichts mehr vor und enttäuscht. Zwei grosse Esser hintereinander auf demselben Fleck gehen fast immer schief.

Bohnen und Erbsen sind der Reparatur-Trupp

Der schönste Trick zum Schluss. Bohnen und Erbsen sind nicht nur genügsam — sie geben sogar was zurück. An ihren Wurzeln sitzen kleine Knöllchen mit Bakterien, die Stickstoff aus der Luft binden und in die Erde bringen. Sie düngen also gratis, während sie wachsen.

Deshalb stehen sie am Ende der Fruchtfolge: Sie flicken den Boden für die nächste Runde Starkzehrer. Wenn ich ein müdes Beet-Feld habe, kommt da eine Saison Bohnen rein, und im Jahr drauf wächst dort wieder alles.

Was Bohnen und Erbsen nicht ersetzen, ist gezieltes Nachfüttern mitten in der Saison, wenn ein Starkzehrer hungert. Wann das nötig wird und woran du es erkennst, hab ich in Düngen im Juni aufgeschrieben.

Was Erntezeit damit macht

Du musst dir das nicht merken. Du sagst mir, was in dein Beet soll, und ich sortiere die Zehrer im Hintergrund — welche Sorten sich Nährstoffe streitig machen und in welcher Reihenfolge sie über die Jahre am wenigsten Ärger machen. Wenn du im nächsten Jahr wieder planst, weiss ich noch, was letztes Jahr wo stand, und schlage dir die passende Fruchtfolge vor. Für ein Beet kostenlos.

Plan für dein Beet starten →

Frau Schneiders Tomaten-Ecke ist dieses Jahr übrigens ein Bohnen-Feld. Nächstes Jahr wird sie sich wundern, wie gut die Erde wieder ist.

🦔 Stachi

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