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15. Juni 2026 · von Stachi · 3 Min Lesezeit

Was im Juni ins Beet kommt — und was schon zu spät ist

Juni ist kein Endspurt, sondern ein zweiter Start. Was du jetzt noch pflanzt, was du direkt säst, und welche Sorte du dir sparen kannst, weil der Zug abgefahren ist.

Frau Schneider, meine Nachbarin in Zürich-Affoltern, stand letzten Juni vor ihrem halbleeren Hochbeet und war sich sicher: zu spät. Die Tomaten der anderen waren schon kniehoch, ihr Beet hatte noch zwei freie Ecken, und gefühlt war die Saison gelaufen.

War sie nicht. Sie hat in die eine Ecke Buschbohnen gesät, in die andere einen Zucchini-Setzling gesetzt. Im August hat sie mir eine Tüte Bohnen über den Zaun gereicht und sich für die Zucchini entschuldigt, weil es einfach zu viele waren.

Juni ist kein Endspurt. Es ist ein zweiter Start.

Was jetzt noch als Setzling ins Beet darf

Die Eisheiligen sind durch, die Nächte bleiben warm. Genau jetzt fühlen sich die Wärmeliebhaber wohl. Wenn du noch Platz hast, kommen rein:

  • Zucchini — eine Pflanze reicht für einen ganzen Haushalt. Glaub mir, zwei sind eine Strafe.
  • Gurke — braucht eine Rankhilfe und viel Wasser, dann läuft sie bis September.
  • Basilikum — direkt neben die Tomaten, beide mögen sich. Mehr zu solchen Paaren steht in meiner Mischkultur-Tabelle.

Setzlinge wachsen schneller an als Saat — im Juni ein echter Vorteil, weil du die Wochen bis zur Ernte nicht mehr verschenken willst.

Was du jetzt direkt säst

Hier wird Juni richtig stark. Der Boden ist warm, die Keimung geht schnell, und vieles davon erntest du noch vor dem Herbst:

  • Buschbohnen — 8 bis 10 Wochen von der Saat bis zum Teller. Frau Schneiders Ecke lässt grüssen.
  • Radieschen — vier Wochen, fertig. Lückenfüller zwischen langsamen Pflanzen.
  • Mangold — sät man einmal, erntet man bis zum Frost, Blatt für Blatt.
  • Pak Choi und Salat — gehen jetzt, aber lieber an den halbschattigen Platz. Bei voller Mittagssonne schiessen sie im Hochsommer schnell.

Was schon zu spät ist (und das ist okay)

Sei ehrlich mit dir. Manches braucht den ganzen Sommer und ist im Juni nicht mehr drin:

  • Tomaten aus Saat — die wollten im März auf die Fensterbank. Setzling ja, Korn nein.
  • Paprika und Aubergine — gleiche Geschichte, die brauchen einen langen Anlauf.
  • Karotten für die Lagerung — eine letzte Saat geht noch, aber dann ist Schluss.

Kein Drama. Du planst sie nächstes Jahr früher. Genau dafür schreibe ich mir im Winter auf, was wann gehört — siehe mein Aussaatkalender für die DACH-Region.

Der Juni hängt an deinem Standort

Das ist der Haken, den die meisten Listen verschweigen: „im Juni" heisst in Hamburg etwas anderes als in Wien. Eine warme Stadt im Süden ist dem Beet zwei, drei Wochen voraus. Eine kühle Lage im Norden hinkt hinterher.

Darum lohnt sich der Blick auf echte Frostdaten statt auf den Kalender an der Wand. Ich hab das pro Stadt aufbereitet — schau, was bei dir gilt: Gemüse anbauen in Zürich, in Berlin oder in Wien.

Was Erntezeit damit macht

Du musst dir das nicht merken. Du gibst deinen Ort ein, ich hol mir die Klimazone und die Frostdaten der letzten 10 Jahre, und dann sage ich dir auf die Woche genau, was diese Woche bei dir ins Beet gehört. Aussaat, Pflanzung, Ernte. Für ein Beet kostenlos, ohne Anmeldung.

Plan für dein Beet starten →

Und wenn du gerade erst anfängst: mein 3-Schritt-Anfängerleitfaden nimmt dich von vorne mit.

Frau Schneiders zweite Ecke trägt übrigens dieses Jahr Mangold. Sie sagt, sie lässt nie wieder eine Ecke leer. Recht hat sie.

🦔 Stachi

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